Vom 01. März 2012 (Donnerstag) bis 05. April 2012 (Donnerstag) war ich im “City Centre Backpackers” in Bundaberg/Queensland.
- City Centre Backpackers Hostel Bundaberg
216 Bourbong Street
Bundaberg QLD 4670, Australien
(07) 4151 3501
Bim Einchecken musste man 50 $ Deposit hinterlassen, 3 Tax Formulare ausfüllen, weitere Angaben machen wie Kontaktperson, Handynummer, Taxfilenumber, Working Visa Grand Number usw.
Dies ist das Zimmer in dem ich untergebracht war. Wir hatten sogar ein eigenes WC und Dusche! Die meisten Zimmer müssen sich mit etwa 40 weiteren Personen zusammen 3 Badezimmer teilen!
Anscheinend sind die anderen Zimmer auch nicht so sauber, da immer wieder über Bed Bugs geklagt wurde. In unserem Zimmer mit der Nr. 24 hatten wir zum Glück aber keine. Sonntags kam täglich eine Putzkraft zwishen 08:00 und 09:00 Uhr und wischte das kleine Badezimmer und sorgte dafür, dass genug Toilettenpapier vorhanden war. Hin und wieder wird auch gesaugt, kann sogar sein das das auch täglich passiert, habe es aber bloss zwei Mal mitbekommen, da ich sonst zu den Zeiten nicht im Hostel war. Entweder war ich arbeiten, in der Bibliothek, im Park, Einkaufen, in einem der Supermärkte oder auf Entdeckungsreise.
Das Meer ist etwa 15km bis 20km entfernt, dort fährt meines Wissens ein Bus hin, ich bin allerdings mit meinem eigenen Fahrrad hin gefahren. In Bagera, Innes Park, Coral Cove und Elliott Heads hat man die Möglichkeit baden zu gehen, wobei Elliott Heads am meisten los ist und dort auch die Busse hin fahren. Aber zurück zum Hostel.
Laut der Arbeitsliste die täglich um 19:00 Uhr im Raum mit der Tischtennisplatte aufgehängt wird, beherbergt das Hostel etwa 100 Gäste. Als ich am 01. März 2012 im Hostel ankam sagte man mir das ich höchstwarscheinlich zwei Wochen warten müsste bis aussicht auf Arbeit bestehen würde. Es dauerte tatsächlich an die zwei Wochen bis ich das erste mal Arbeiten durfte. Das erstaunliche dabei war, dass Leute die drei Tage nach mir in das Hostel eingecheckt sind sogar ohne ersichtlichen Grund mehrere Tage vor mir Arbeit bekommen hatten. Die Arbeitsstellen wurden dauernd gewechselt und immer wieder bekam man mehrere Tage Standbye oder Day Off reingeknallt. Wenn ich dann mal Arbeit hatte variierte die Arbeitszeit von Arbeitgeber zu Arbeitgeber von wenigen Stunden (3 Stunden ist echt extrem wenig) und 12 Stunden.
Ich arbeitete auf einer Farm bei der ich Sweet Potatoe Triebe abschneiden und dann einpflanzen musste. Auf einer anderen Farm “Mario” musste ich Sweet Potatoes aufsammeln, teilweise noch die Erde durchwühlen um alle zu finden und in nebenan liegende Kisten legen bevor ich sie dann auf dem Traktor verstaute und später zum Waschen in einen Kessel schüttete und mit einem Besen stundenlang schrubben musste. Dann war ich auch noch bei einer Landcaping Firma “A TOUCH OF PARADISE”, für die ich Dünger auf dem Boden verteilen musste, Rasenflächen auslegen musste, unebenheiten aus den Boden entfernen musste und Kieselsteine sowie Erde mit einer Schubkarre an bestimmte Stellen zu befördern hatte. Auf der Ananasfarm “Mariby Pines” konnte ich 5 Tage lang jeweils 12 Stunden arbeiten mit jeweils 30 Minuten Pause. So stand es jedenfalls auf dem Papier und wir wurden alle 5 Tage volle 11,5 Stunden bezahlt. In wirklichkeit hatten wir aber ein paar mehr Pausen, was das ganze dann doch ganz erträglich machte. Wir hatten zwei Regentage an denen wir auch ganz normal arbeiteten, angenehm war das jedoch nicht für mich, da ich keine Gummistiefel hatte und meine Schuhe sowie Socken unangenehm durchnässt und kühl waren. An diesen Tagen kam mir die Arbeit auch unerträglich lang vor. Als nächstes arbeitete ich auf einer Kürbisfarm (Pumpkins) dort mussten die Kürbisse (welche nichtmehr grün waren) abgetrennt werden, auf mehreren Haufen gestapelt und am Schluss zur Seite gereicht werden wo sie dann in Kartons nach zwei größen untergebracht wurden. Am letzten Tag an dem wir auf dieser Farm arbeiteten haben wir noch die Halle sauber gekehrt. Die letzte Arbeit die ich hatte war auf einer 45 Minuten entfernten Lemonfarm bei GinGin, so etwas wie Zitronen, aber eben doch keine. Hier wurde ich zum erstne mal nicht nach Stunde sondern nach gefüllten Kontainern bezahlt, und die Kontainer waren riesig, sodass ich täglich nur etwa 2,5 Kontainer machte. Teilweise waren die Bäume voll mit Früchten und man konnte schön pflücken, aber meistens waren kaum Früchte am Baum die groß genug gewesen wären dass man sie hätte einsammeln dürfen, weshalb man dann nurnoch am suchen war und nicht pflücken konnte. Sonst hätte ich sicher viel mehr schaffen können. Bevor man mit dem Pflücken anfängt bekommt man Stoffhandschuhe, einen Cutter, einen Plastikring um die Größe zu kennen die man einsammeln darf, so etwas wie einen Rucksack für vorne wo die Lemons rein gesammelt werden und eine Leiter musste man auch noch mit sich herum schleppen, da man auch die Früchte aus den Baumkronen sammeln musste. Früchte die schon auf dem Boden lagen oder einem heruntergefallen sind durften nichtmehr aufgehoben bzw. nichtmehr in den Kontainer geschmissen werden. Lange Ärmel sind hier sehr zu empfehlen, da man sich an den Stacheln sonst ziemlich lange tiefe Kratzer holen kann. Eine Brille zum Schutz für die Augen ist auch von Vorteil, da die Äste einem leicht ins Gesicht schnaltzen können. Einen Hut sollte man ebenfalls verwenden, da er vor Sonne und ebenfalls vor Ästen und Dornen schützt. Pro vollem Kontainer gab es gerade einmal 68 $.
Zu den verschiedenen Farmen wurde immer pünktlich wie auf dem Arbeitszettel vermerkt losgefahren, teilweise sogar schon 7 oder 8 Minuten früher wenn alle da waren. Mit dem Abholen sah es allerdings etwas anders aus. Es gab insgesammt nur zwei Tage an denen ich nicht länger als 5 Minuten auf den Fahrer warten musste. Normalerweise waren 20 Minuten die Regel, teilweise musste ich sogar 45 Minuten und an zwei Tagen sogar über eine Stunde warten. Eine Entschuldigung oder sonst was gab es nie zu hören. Dann ging es aber auch meist nicht direkt zum Hostel zurück sondern es wurden noch mehr Backpacker von den Farmen abgeholt wenn dies nötig war, sodass man eigentlich täglich ziemlich lange im Bus gewollt oder nich, umherfahren musste.
Wenn ich um 05:30 Uhr zur Arbeit abgeholt werden sollte, bin ich teilweise um 04:00 Uhr früh aufgestanden um mir Spaghetti für die Arbeit zu machen. Am Abend davor ist die Küche normalerweise so voll, dass man sich dort nicht gerne irgendwo reinquetschen will. Die Töpfe sind normalerweise auch alle in Benutzung zu dieser Teil und wenn man keinen Eigenen hat, kann man sowieso nichts zubereiten.
Die Farmer, Mitarbeiter und Backpacker mit denen ich es zu tun hatte waren alle in Ordnung bis auf die Typen von der Citrusfarm die total Geldgeil waren und $ Zeichen in den Augen stehen hatten.
Ich war nur an einem Tag alleine bei einem Arbeitgeber, ansonsten waren immer mindestens zwei weitere Backpacker mit mir bei der Arbeit. Auf der Citrusfarm sogar 16 die mit mir Lemons pflückten.
Zu der Zeit als es mit dem Citruspicking los ging, das war so ab dem 01. April, kamen plöztlich ein Haufen neue Backpacker ins Hostel. Als gäbe es irgendetwas umsonst. Soweit ich das beurteilen kann, waren die meisten Franzosen. Das Hostel war auf eimal von einem auf den anderen Tag komplett ausgebucht.
Zu der Zeit als ich in dem Hostel war, gab es nur zwei Arbeitgeber bei denen man einen festen regulären Job bekommen konnte. 4 Leute aus meinem Zimmer waren bei dem einen der beiden und einer war bei dem anderen. Wenn man bei einem dieser Arbeitgeber ist hat man gute Chancen viel arbeiten zu können und nichtmehr auf die Standby-Liste zu kommen. Bei viel Regen, oder auch wenig Regen, je nach dem was bei der Farm gerade gemacht wird kann es sein dass man einen oder mehrere Day Off`s aufgebrummt bekommt.
Vorteile und Nachteile von diesem Hostel im Allgemeinen:
- Vorteile
- Nah an der Bibliothek
- Nah am Einkaufszentrum
- Nah an Bars und Zentrum
- Man hatte ein Schließfach mit Schlüssel in dem man sein Essen vor Dieben schützen konnte
- TV-Raum in dem hin und wieder DVD`s laufen
- Viele Menschen mit denen man das gleiche Schicksaal teilt und schnell Kontakte knüpft
- Man bekommt eine Box für den Kühlschrank und kann seine Sachen so leicht wieder finden
- Man wurde jeden Morgen zu den Farmen gefahren
- Nachteile
- 50 $ Deposit zu bezahlen
- Man muss drei Tage bevor man das Hostel verlässt bescheid sagen, sonst bekommt man nichts von dem Deposit zurück
- Die Küche hat sehr schmale Gänge und die 3 x 4 Gaskochplatten sind direkt aneinander
- Die Schließfächer sind teilweise verschimmelt und stinken und bieten Möglicherweise nicht genug Platz um alles unter zu bringen
- Das Besteck, Tasse und Teller die man bekommt sind abartig (besser eigenes benutzen)
- Die Hostelbetreiber sind rücksichtslos und schauen nur aufs Geld
- Wenn man etwas wissen will muss man denen alles aus der Nase ziehen, von alleine sagen die einem nichts
- Wenn man einen neuen Job bekommen hat muss man bis 19:30 Uhr bei der Rezeption gewesen sein um Verträge usw. abzuholen die man dann ausfüllen muss und bis 08:00 Uhr abgeben muss.
- Man muss also theoretisch immer um 19:00 Uhr im Hostel sein
- Die Matratzen sind total durchgelegen und haben viele Flecken
- Die Betten quitschen bei der kleinsten Bewegung (wenn man sich Nachts umdreht oder nur leicht bewegt)
- Die Busse sind nicht mit Gurten ausgestattet
- Teilweise bekommt man keine Payslips für seine Arbeit
- Töpfe und Pfannen in der Küche sind in schlechtem Zustand (am besten man hat seine Eigenen)
- Die Küche ist meistens so voll mit Leuten, dass man kaum in der Lage ist dort Essen zu kochen oder Platz hat Zutaten zu schneiden
- Im Essensraum oder Außenbereich sind meist soviele Leute, dass man selbst keinen Platz hat sich irgendwo hin zu setzten
- Man darf im Zimmer keine Lebensmittel aufbewahren, nicht rauchen, und nicht mit Arbeitsschuhen ins Hostel
- Um 21:00 Uhr wird die Küche abgesperrt und man kommt nichtmehr an die Kühlschränke oder die Schließfächer die im Küchenbereich sind
- In den Zimmern laufen Geckos und Kakerlaken rum
- Bed bugs in einigen Zimmern
- Man muss für jeden Arbeitstag 6 $ für den Bus bezahlen
- Teilweise muss man sich einen Check abholen den man dann erst bei der Bank einlösen muss um sein Geld zu bekommen. (kam bei mir 2x vor)
- Teilweise lange Fahrtzeiten
- Öft lange Wartezeit bevor man von der Arbeit abgeholt wird und wieder im Hostel ankommt








